5 Fakten über den Hospitalhof
Seit einigen Jahren findet MUNBW im Hospitalhof Stuttgart statt. Doch was genau befindet sich hinter dem Begriff? Fünf interessante Fakten zum Hospitalhof.
1. Funktion und Veranstaltungen des Hospitalhofes
Der Hospitalhof ist das Zentrum der Evangelischen Kirche in Stuttgart und bietet ein umfangreiches Programm mit Veranstaltungen, die die Themen Bildung, Kultur und Spiritualität umfassen. Des Weiteren werden Ausstellungen, Vernissagen und Begegnungsmöglichkeiten angeboten. Dabei bieten die Räumlichkeiten nicht nur Platz für eigene Seminare und Vorträge, sondern auch für andere Organisationen und Verbände. Die große Vielzahl an Veranstaltungen kann auf der Website des Hospitalhofes eingesehen werden. Der Hospitalhof steht allen Menschen unabhängig von Kultur und Glauben offen und wird durch Eintrittsgelder, Seminargebühren und die Gesamtkirchengemeinde Stuttgart finanziert.
2. Die Hospitalkirche
Zum Gebäude gehört außerdem die Hospitalkirche, deren Gemeinde ca. 800 Mitglieder zählt. Durch den Zweiten Weltkrieg wurden die Seitenschiffe und das Hauptschiff zerstört, nur der Chorraum blieb erhalten. Die ursprüngliche Größe der Kirche ist im Innenhof erkennbar.
3. Geschichte und Namenshintergrund
Der Hospitalhof und die Hospitalkirche haben eine 500-jährige Geschichte. Ursprünglich befand sich hier im 15. Jahrhundert ein Turnierplatz, auf dem Ritterspiele veranstaltet wurden. Später ließ Graf Ulrich V. das Gebiet weiter zu einem Stadtviertel ausbauen und eine Kirche errichten – die heutige Hospitalkirche. Nach der Reformation wurde die Kirche evangelisch und das ehemalige, dazugehörige Kloster zu einem Hospital für die Armen umfunktioniert – daher die Namen Hospitalkirche und Hospitalhof.
4. Hintergrund der Raumnamen
Die zahlreichen Räume im Hospitalhof wurden nach wichtigen Persönlichkeiten benannt, die in Stuttgart gewirkt haben und im Rahmen von Kirche, Bildung und sozialem Engagement aktiv waren. Beispielsweise trägt der Elisabeth-und-Albrecht-Goes-Saal die Namen einer Pfarrersfrau, welche 1944 verfolgten Juden Zuflucht in ihrem Pfarrhaus gewährte, und eines Dichter-Pfarrers, der die deutsche Schuld gegenüber den Juden in seinen Werken behandelte.
5. Die Architektur des Neubaus
In den Jahren 2012–2014 fand der Bau des sogenannten Neuen Hospitalhofes statt, nach Plänen des Architekturbüros Lederer Ragnarsdóttir Oei. Der Innenhof erinnert heute an das frühere Kirchenschiff. Die sechs Bäume sind dort platziert, wo früher die gotischen Säulen das Mittelschiff der Hospitalkirche trugen. Hier können im Sommer Feiern wie Hochzeiten und Gottesdienste im Freien stattfinden.