Der Wahl-O-Mat betrügt dich ?

Diese These wurde von der Workshopleiterin Sofia Rückle aufgestellt, die bei MUNBW Teil der Gremienberatung in der Umweltversammlung ist. Zur Kirchenwahl in Baden-Württemberg erstellte Sofia, im Rahmen einer evangelischen Organisation, einen „Church-O-Mat“ und erhielt dadurch einen Einblick in den Entstehungsprozess eines Wahl-O-Mates. 

Zu Beginn des Workshops wurde das Problem der Unkorrektheit der Wahlentscheidungshilfenergebnisse beleuchtet und die Teilnehmenden konnten diese Probleme direkt selbst wahrnehmen, da die Gruppe mit Hilfe eines interaktiven Spieles feststellen konnte, dass eine Aussage von Menschen unterschiedlich verstanden werden kann. Das verändert die Abstimmung. So lag der Fall vor, dass zwei Personen, welche die gleiche Meinung zu einem Thema vertraten, unterschiedlich abstimmten. Daraufhin kam die Frage auf, wo die Grenzen eines Wahl-O-Mates liegen. 

Da der Wahl-O-Mat als Hilfsangebot für jüngere Personen entstand, werden Thesen von einer Redaktion von 25-30 Menschen im Alter von 18-26 Jahren aufgestellt. Diese Thesen werden an alle Parteien geschickt, welche sich dazu positionieren. Expert*innen prüfen die Ergebnisse und Aussagen - Meinungen, die nicht genug polarisieren, werden aussortiert, bis nur noch 38 Thesen übrig bleiben. 

Nach der Einführung durften die Teilnehmenden diesen Prozess selbst ausprobieren, indem ein eigener Wahl-O-Mat, der MUN-O-Mat, erstellt wurde. Dafür entstanden fünf Gruppen: Themenauswahl, Thesenformulierung, Abstimmung, Spezielles und Kommunikation. Mithilfe von Orientierungsaufgaben und Hilfe von Toni, welche Chair im Menschenrechtsrat ist, erarbeiteten die fleißigen und motivierten Teilnehmenden mehrere Thesen, welche für den MUN-O-Mat verwendet werden - stießen allerdings auch auf einige Herausforderungen, wo die Grenzen des Wahl-O-Mat sichtbar wurden: Die Rahmenbedingungen, also der Aufbau und die Wertung der Einschätzungen, beeinflussen das Ergebnis enorm. Außerdem werden Thesen oft vereinfacht, um möglichst gut beantwortet zu werden, wodurch Komplexität und Vielseitigkeit eines Themas untergehen. Durch diese Faktoren kann das Ergebnis ungenau werden und der finale Appell des Workshops war, sich nicht nur auf das Resultat des Wahl-O-Mates zu verlassen, sondern immer selber zu recherchieren. Die Teilnehmerin Paula Klump berichtete zum Schluss: „Von dem Workshop habe ich mitgenommen, was für eine Bedeutung selbst kleine Worte haben und wie eine einzelne Veränderung in der These das Thema komplett verändern kann.”

Wenn du auch Lust bekommen hast, den MUN-O-Mat zu machen, dann findest du ihn bald auf der Pressewebsite!