Feminist:innen sind die Ritter, welche versuchen verlorene Gebiete zurückzugewinnen
Sei es im Kampf gegen die Geschlechterungleichheit allgemein, der Widerlegung von Stereotypen oder der Verteidigung der von der Gesellschaft angezweifelten Kompetenzen einer Frau, Feministen setzen sich seit jeher für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein. Mit jeder Bewegung kommt jedoch auch hier eine Gegenentwicklung. Der Antifeminismus, oft als Selbstbestimmung getarnt, gewann in den letzten Jahren stark an Popularität, vor allem in den Bereichen der sozialen Medien.
Tradwives, Alpha-Männer und High Value Women. Ihnen allen und weiteren widmete sich der Vortrag “Antifeminismus auf Social Media” am Bildungsabend, dem 22. Mai 2026. Der Schwerpunkt? Die Entlarvung von Antifeminismus im Netz. Die 60-minütige Vorstellung zog sich durch verschiedenste, zunächst harmlos aussehende Trends. Die Tradwife-Bewegung - die Rückkehr zur finanziell-abhängigen Hausfrau in der Küche-Optimierungs-Coaches, um den “Top Tier Alpha Status” zu erreichen - damit man die Frau bestmöglich unter Kontrolle behalten kann. High Value Women - welche die Weiblichkeit in all ihrer Vulgarität und Unterlegenheit zum Mann als den einzigen Wert einer Frau definieren Christfluencer, Esoterik, die mystische Weiblichkeit und die Mannosphäre sind nur einige von jenen antifeministischen Ausdrucksformen, welche in der nahen Vergangenheit zum Vorschein kamen.
Und wie wir dagegen in der möglichst näheren Zukunft antreten können?Engagement. Solidarität, Zusammenhalt und Mut zum Wort.
Dies war der abschließende Appell, welcher die Referenzierende dem Publikum mitteilte, bevor dieses seine längst brodelnden Fragen stellen konnte. Die angesprochenen Bedenken und Zustimmungen, Problemstellungen und Lösungsvorschläge, Anliegen und Statements, sowie vor allem die zahlreichen Danksagungen untermalen die vom Publikum ausgehende Begeisterung und angeregte Diskussionsbereitschaft- denn nicht einmal der offizielle Abschluss des Referats dämmte den eifrigen Austausch über sowohl die Frustration, als auch den entflammten Veränderungswillen, ein.
Ein gutes Zeichen, denn kein Ritter schafft es, ohne solch einen Beweggrund sein Königreich zu verteidigen, kaum noch die verlorenen Dörfer zurückzuerlangen.