IGH: Anschuldigung gegen die Prozessleitung - Sind die Zeugen noch glaubwürdig?
Während des Prozesses werden im internationalen Gerichtshof Zeugenaussagen und Experten angehört, um zu einem rechtmäßigen Urteil zu kommen. Die Zeugen schwören auf die Charta der Vereinten Nationen, „nichts als die Wahrheit“ zu sagen. Frieder Lachmann, einem der Richter des internationalen Gerichtshofs, fiel am Freitagnachmittag auf, dass nicht eindeutig erkennbar war, auf welches Buch die Zeugen schworen. Ihm kam somit der Verdacht auf, dass es sich möglicherweise nicht um die Charta der Vereinten Nationen, sondern um ein beliebiges Buch handeln könnte. Auf die Nachfrage, um welches Buch es sich genau handle, gab die Prozessleitung eine fragwürdige und unseriös wirkende Antwort. Infolgedessen stellte der Richter die Glaubwürdigkeit der Zeugen in Frage, da er ihren Eid nicht vollständig glaubwürdig ansehen konnte. Für den Prozess muss sichergestellt werden, dass die Zeugen die Wahrheit sagen. Dies soll durch die Vereidigung gewährleistet werden. Nach einer Aussage der Prozessleitung und der anschließenden Recherche des Richters stellte sich heraus, dass es „tatsächlich unwichtig [ist], auf welches Buch geschworen wird“. Die abschließende Frage, ob die Richter entscheiden dürfen, auf welchen Gegenstand geschworen wird, wurde von der Prozessleitung abgelehnt.