Müll fliegt über unseren Köpfen

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen voller Vorfreude im mit Koffern bepackten Auto und freuen sich auf den bevorstehenden Urlaub. Doch plötzlich funktioniert nichts mehr. Keine Verbindung, kein Navi, keine Kommunikation über das Internet. Genau diese Gefahren und mögliche Lösungsansätze wurden im Workshop „Orbit voller Müll: Die unsichtbare Umweltkrise über unseren Köpfen“ thematisiert.

Weltraummüll, also Objekte im All, die keine Funktion mehr erfüllen, stellen eine große Gefahr für Satelliten und Weltraumstationen dar. Werden Satelliten beschädigt, können wichtige Systeme wie Navigationsdienste oder Katastrophenwarnungen beeinträchtigt werden. Außerdem wird diskutiert, wie sich Weltraummüll auf unsere Atmosphäre bzw. die Ozonschicht und somit auch auf unser Klima auswirkt.

Derzeit befinden sich rund 43.000 messbare Objekte im Orbit. Schätzungsweise geht man allerdings von rund 1,2 Millionen Trümmerteilen aus, da viele Objekte zu klein zum Dokumentieren sind. Selbst kleinste Teilchen sind in der Lage, aufgrund ihrer enormen Geschwindigkeit große Schäden anzurichten. Man befürchtet, dass möglicherweise das Kesslersyndrom eintreten könnte: Ab einer gewissen Dichte von Masse im All werden Kollisionen unvermeidbar sein. Jede Kollision steigert die Wahrscheinlichkeit von weiteren Zusammenstößen, wodurch eine sich selbst fortpflanzende Kettenreaktion ausgelöst wird.

Im Workshop wurde außerdem der Umgang mit Weltraummüll vorgestellt. Dazu gehören die Vermeidung von Trümmerteilen, um weitere Beschädigungen von Satelliten und Weltraumstationen vorzubeugen. Hinzu kommt eine verbesserte Überwachung von Partikeln. Weiterhin wird an Systemen geforscht, welche die Objekte mithilfe von Robotern und Fangnetzen einfangen sollen.

Darüber hinaus lernten die Teilnehmenden die Rolle der UN bei der Weltraumforschung kennen. Dabei wurden die COPUOS, ein Ausschuss der Vereinten Nationen, für die friedliche Nutzung des Weltraums vorgestellt, welcher unter anderem an den fünf wichtigsten Weltraumverträgen beteiligt war.  Außerdem wurde die UNOOSA vorgestellt, die die internationale Zusammenarbeit im Bereich Raumfahrt unterstützt und koordiniert.

Während des gesamten Workshops wurden die Teilnehmenden mithilfe von Gruppenarbeit, Flip Charts und Brainstorming aktiv miteinbezogen. Zum Schluss arbeiteten sie in zwei Gruppen und untersuchten verschiedene Thesen zum Umgang mit Weltraummüll, die sie anschließend im Plenum gemeinsam präsentierten und diskutierten.

Die Teilnehmenden waren überrascht, dass kaum Verantwortung von Nationen oder Firmen übernommen wird. Insgesamt fiel das Feedback zum Workshop positiv aus, viele sind der Meinung, dass das Thema präsenter diskutiert werden sollte.